Erdmann

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Meyers Großes Konversations-Lexikon 1906

Erdmann, Johann Eduard, Philosoph, geb. 13. Juni 1805 zu Wolmar in Livland, gest. 12. Juni 1892 in Halle, studierte in Dorpat und Berlin, wo ihn namentlich Hegel fesselte, Theologie, ward 1829 Geistlicher in seiner Vaterstadt, wandte sich aber schon 1832 nach Berlin, wo er sich nach Vollendung seines Werkes »Versuch einer wissenschaftlichen Darstellung der Geschichte der neuern Philosophie« (Leipz. 1834-51, 3 Bde.) 1834 bei der philosophischen Fakultät habilitierte. 1836 wurde er als außerordentlicher Professor der Philosophie nach Halle berufen und wirkte hier, 1839 zum ordentlichen Professor ernannt, lange Jahre als glänzender akademischer Lehrer.

Seinen Schriften: »Leib und Seele« (Halle 1837, 2. Aufl. 1849) und »Natur und Schöpfung« (Leipz. 1840) folgten: »Grundriß der Psychologie« (das. 1840, 5. Aufl. 1873); »Grundriß der Logik und Metaphysik« (Halle 1841, 4. Aufl. 1864); »Vermischte Aufsätze« (das. 1846); »Psychologische Briefe« (Leipz. 1851, 7. Aufl. 1896), worin er die Psychologie mit Glück zu belehrender Unterhaltung darzustellen suchte; »Vorlesungen über akademisches Leben und Studium« (das. 1858) und »Grundriß der Geschichte der Philosophie« (Berl. 1865-67, 2 Bde.; 4. Aufl. von Benno Erdmann, 1896), worin er das Mittelalter ausführlich und, obgleich selbst der »letzte Mohikaner« der Hegelschen Schule, deren Selbstauflösungsprozeß sehr unparteiisch darstellt. Geistreiche Vorträge von ihm sind unter dem Titel: »Ernste Spiele« (Berl. 1855, 4. Aufl. 1890) erschienen.

E. nahm unter den Hegelianern eine vermittelnde, doch mehr nach rechts neigende Stellung ein.

[Lexikon: Erdmann, S. 1 ff.Digitale Bibliothek Band 100: Meyers Großes Konversations-Lexikon, S. 52987 (vgl. Meyer Bd. 6, S. 19 ff.)]

Eisler: Philosophenlexikon

Erdmann, Johann Eduard, geb. 1805 in Wolmar (Livland), Prof. in Halle, gest. 1892.

E. gehört zur Hegelschen »Rechten« (bezw. zur »Mitte«) und vertritt streng die dialektische Methode; freier ist er in seiner Geschichte der Philosophie, die in der neuen Bearbeitung viel benutzt wird. Der Zusammenhang von Leib und Seele besteht darin, »daß es ein und dasselbe Wesen ist, welches als Mannigfaltiges und Äußeres, eben darum der Außenwelt Angehöriges und ihr Aufgeschlossenes Leib, als Eines und Inneres, welches als der immanente Zweck die Mannigfaltigkeit ideell setzt und durchdringt, Seele... ist« (Identitätstheorie).

     Schriften: Vorlesungen über Glauben u. Wis-
   sen, 1837. - Seele u. Leib, 1837;: 2. A. 1849. - 
   Natur oder Schöpfung, 1840. - Grundriß d. Psy-
   chologie, 1840; 5. A. 1873. - Grundriß d. Logik u.
   Metaphysik, 1841; 5. A. 1875. - Vermischte Auf-
   sätze, 1846. - Psychologische Briefe, 1851; 7. A. 
   1896. - Philos. Vorles. über d. Staat, 1851. - 
   Grundriß d. Geschichte d. Philosophie, 1866; 4. A.
   1896 (bearbeitet von seinem Sohne Benno Erd-
   mann).

[Eisler: Philosophenlexikon, S. 411 ff.Digitale Bibliothek Band 3: Geschichte der Philosophie, S. 17343 (vgl. Eisler-Phil., S. 157 ff.)]

Weblinks auf Bibliographie und Biographie

Werke Online

Siehe auch