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Göschel

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Einschätzung von Kai

Heutzutage eher unwichtig. Nur auf theologischem Gebiet produktiv. Hier evtl. nützlich wegen seiner Verteidigung der Übereinstimmung der hegelschen Lehre mit dem Christentum (als solches wurde seine Schrift "Aphorismen über Nichtwissen und absolutes Wissen" von Hegel geschätzt). Laut Erdmanns Philosophiegeschichte ist Goeschel aber niemals tiefer in die Hegelsche Philosophie eingedrungen, er hält ihn eher für keinen Philosophen, Göschel scheint selbst von Rechtshegelianern nicht wirklich als Teil der Hegelschen Schule angesehen worden zu sein. Bei GoogleBooks liegen ca. 10 Bücher von ihm digitalisiert vor, leider nicht die Aphorismen, dafür diverse Bücher zu Goethe und Dante.

Meyers Großes Konversations-Lexikon 1906

Göschel, Karl Friedrich, orthodoxer Philosoph der Hegelschen Schule, geb. 7. Okt. 1781 in Langensalza, gest. 22. Sept. 1861 in Naumburg, studierte in Leipzig die Rechte, wurde 1834 in das preußische Justizministerium nach Berlin berufen und später zum Präsidenten des Konsistoriums der Provinz Sachsen ernannt, allein infolge der Märzereignisse 1848 zum Rücktritt genötigt. Bis zu seinem Tode war er für die evangelische Landeskirche im konservativen Interesse tätig. Für die Stellung des Hegelschen Systems zur Theologie ist er entscheidend geworden, indem er zur sogen. Rechten der Hegelschen Schule gehörte, die behauptete, der Theismus, der Begriff von Christus als dem wirklichen Gottmenschen, und die Unsterblichkeit der Seele lägen in der Hegelschen Philosophie.

Schon seine anonym erschienene Schrift »über Goethes Faust und dessen Fortsetzung« (Leipz. 1824) bewies seine Vorliebe für Hegel; die »Aphorismen über Nichtwissen und absolutes Wissen« (Berl. 1829) suchten die Übereinstimmung in der Hegelschen Philosophie mit dem christlichen Glauben darzutun. In den »Unterhaltungen zur Schilderung Goethescher Dicht- und Denkweise« (Schleusing. 1834-38, 3 Bde.) sollte dargetan werden, daß Goethe in seiner Sprache das Evangelium gepredigt habe. Die persönliche Unsterblichkeit lehrte er in der Schrift: »Von den Beweisen für die Unsterblichkeit der menschlichen Seele« (Berl. 1835). Religiöse Tendenzen durchdringen auch seine juridischen Schriften: »Zerstreute Blätter aus den Hand- und Hilfsakten eines Juristen« (Erfurt u. Schleusingen 1835-42, 3 Bde.) und »Das Partikularrecht im Verhältnis zum gemeinen Recht und der juristische Pantheismus« (das. 1837). Gegen Strauß sind seine »Beiträge zur spekulativen Philosophie von Gott und dem Menschen und von dem Gottmenschen« (Berl. 1838) gerichtet. Von seinen übrigen Schriften sind noch hervorzuheben. »Chronik der Stadt Langensalza« (Langens. 1818-42, 3 Bde.) und »Vorträge und Studien über Dante« (Berl. 1863). Vgl. Schmieder, Karl Fr. G. (Berl. 1863).

[Lexikon: Göschel, S. 1 ff.Digitale Bibliothek Band 100: Meyers Großes Konversations-Lexikon, S. 73489 (vgl. Meyer Bd. 8, S. 146 ff.)]

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