Kategorie:Hegelianer

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Artikel "wissenschaftliche Literatur" in Meyers Konversationslexikon

Die umfangreichste Literatur hat die Hegelsche Schule aufzuweisen, wobei die Gegensätze der rechten (theistischen) und linken (pantheistischen), ja äußersten linken (atheistischen) Seite derselben scharf auseinander traten.

Erstere führte bald zur Gründung einer besondern Theistenschule, der I. H. Fichte, Weiße, Ulrici, Wirth, Carriere u. a. angehörten [Kai: diese gelten heutzutage meist nicht als Hegelianer]; die letztgenannte, der sogen. Junghegelianismus, schlug zuletzt in völligen Materialismus um.

Innerhalb des durch Hegel mehr oder weniger beherrschten Gedankenbereichs wurde

bearbeitet [Kai: Die obige Auflistung ist selbst für die genannten Autoren nicht vollständig!].

[Lexikonartikel: Deutsche Literatur - Abschnitt "wissenschaftliche Literatur", Unterabschnitt "Philosophie", S. 128. Digitale Bibliothek Band 100: Meyers Großes Konversations-Lexikon, S. 40967 (vgl. Meyer Bd. 4, S. 715)]

Artikel Hegel in Meyers Konversationslexikon

Zu seinen [Hegels] ältern Schülern gehörten Gabler, Hinrichs, v. Henning, Michelet, Hotho, Rötscher, Gans, Rosenkranz, Mußmann, Erdmann; zu seinen wärmsten Verehrern, ohne seine Schüler zu sein, Daub, Marheineke, Göschel.

Nach seinem Tode vollzog sich die Auflösung der Schule in der Weise, daß sämtliche drei Punkte, in denen H. dem »revolutionären« Einfluß der Kantschen Kritik gegenüber als »Restaurator« aufgetreten war: Wiederherstellung der Metaphysik, des Dogmas, der Staatsautorität, nacheinander innerhalb der Schule selbst wieder in Frage gestellt wurden. Gegen Hegels Behauptung, daß sein System »orthodox« sei, erhoben sich bald nach seinem Tode nicht nur Stimmen außerhalb, sondern auch innerhalb der Schule. Heinr. Leo in Halle klagte 1838 die »Hegelingen« des Strebens nach Umwälzung der bestehenden Staats- und Kirchenformen, der Leugnung eines persönlichen Gottes und einer individuellen Unsterblichkeit an.

Innerhalb der Schule bestritten Feuerbach und Richter, verteidigte Göschel die persönliche Fortdauer, während Weiße und Conradi eine vermittelnde Stellung einnahmen. Durch das Erscheinen von Strauß' »Leben Jesu« trat eine neue Spaltung ein; die Schule zerfiel in eine Linke (Strauß), zu der später noch eine äußerste Linke (Feuerbach, die Brüder Bauer u. a.) kam, eine Rechte (Göschel, Gabler, Hinrichs, Erdmann) und ein Zentrum (Rosenkranz, Vatke, Conradi).

Das Organ der ersten, der sogen. Junghegelianer, die ihre Wirksamkeit bald auf das politische und soziale Gebiet ausdehnten, wurden die von Ruge und Echtermeyer 1. Jan. 1838 gegründeten »Hallischen Jahrbücher«, die sich im Juli 1841 in »Deutsche Jahrbücher« und infolge des Zensurdruckes und endlichen Verbotes (1843) seit 1844 in »Deutsch-französische Jahrbücher« verwandelten. Die extremen Ausläufer der erstern, der pseudonyme Max Stirner (Schmidt), Daumer (der später katholisch wurde), der Sozialdemokrat Karl Marx u. a., verloren sich in den Stürmen der Revolution und Reaktion während und nach dem Jahre 1848.

Während unter den gegenwärtig in Deutschland Philosophierenden nur wenige (z. B. Kuno Fischer, Lasson) noch als Hegelianer bezeichnet werden können und vielleicht nicht einmal wollen, hat Hegels Philosophie außerhalb Deutschlands Eingang gefunden: in Frankreich durch P. Leroux, Ott (»H. et la philosophie allemande«, Par. 1844), Prévost (»H. exposition de sa doctrine«, Toulouse 1845), Willm u. a.; in England durch Stirling: »The secret of H., being the Hegelian system in origen, principle, form and matter« (Lond. 1865, 2 Bde.) und gewissermaßen durch Green; in Italien durch A. Vera, den Übersetzer von Hegels Hauptwerken ins Französische, Raffaele Mariano, Spaventa u. a.

[Lexikon: Hegel, S. 12 ff.Digitale Bibliothek Band 100: Meyers Großes Konversations-Lexikon, S. 81899 (vgl. Meyer Bd. 9, S. 54 ff.)]


weitere Hegelianer

zusätzlich zu den weiter oben und unten gegannten ca. 50 Hegelianern im 19.Jahrhundert (mit jeweils eigenem Artikel) liessen sich, insbesondere durch Auswertung von Michelets Zeitung "Der Gedanke" noch die folgenden knapp 50 weitere Hegelianer identifizieren, so dass wir nun auf insgesamt ca. 100 kommen:

  • Abegg, Julius F.G.
  • Beckers, H.
  • Benary, Agathon
  • Benary, Ferdinand
  • Besser, Konrad Moritz
  • Biese, Franz
  • Billroth, Johann Gustav Fr.
  • Bitzer, Fr.
  • Boumann, Ludwig
  • Bring, Ebbe Samuel (U. Lund)
  • Buhl ['Hegels Lehre vom Staat u. seine Phil. der Geschichte' (Berlin: 1837)]
  • Conradi, Kasimir
  • Eiselen, Johann F.G.
  • Fischer, Kuno
  • Frantz, Constantin
  • Frauenstädt, J.
  • Gutzkow, Karl Ferdinand
  • Heiberg, Johann H.
  • Höijer, Benjamin (1767-1812)
  • Kahlert, Karl
  • Kapp, Friedrich
  • Kapp, Ernst
  • Kireyevski, I.V. (1806-1856)
  • Laube, Heinrich
  • Martensen, H.L.
  • Meyen, Eduard
  • Monrad, Marcus J. (1816-1897)
  • Müller, Ferdinand
  • Müller, Johannes
  • Mussmann, Johann Georg ((1798-1833)
  • Nauwerck, Karl
  • Ott, A. ['Hegel et la philosophie allemande' (1844)]
  • Peipers, Ed. Ph.
  • Prevost, Louis ['Hegel: Exposition de sa Doctrine' (1844)]
  • Reiff, Jakob Fr.
  • Richter, F.
  • Rust, Isaac
  • Saling, J. ['Die Gerechtigkeit in ihrer geistgeschichtlichen Entwicklung' (Berlin: 1827)
  • Schasler, Max
  • Schmidt, Reinhold
  • Schultz, K.H. (Schultz-Schulzenstein)
  • Sengler, J.
  • Sietze, Karl Fr. Ferdinand ['Grundbegriff preussischer Staats- u. Rechts-Geschichte' (Berlin: 1829)]
  • Snellman, Johann W. ['Versuch einer Speculativen' (1841)]
  • Stankevich, N.V. (1813-1840)
  • Stieglitz, Heinrich
  • Van Ghert, P.G. ['Mnemosyne' (1815)] (Hegels freund in Holland, arbeite u.a. zum tierischen Magnetismus)
  • Wirth, Joseph Ulrich
  • Zellman, Christian G. (1785-1806) (früher Hegel Freund?)

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