Hegels Dialektik im Unterschied zu Kant

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Hegels triadische Methode unterscheidet sich von der Kantischen (und Fichteschen) dadurch, daß sie nicht auf einen vorausgesetzten Inhalt bloß angewendet wird, sondern die Methode, auf sich selbst angewendet, entwickelt den Inhalt.

Bei Hegel stehen These und Antithese nicht bloß im Gegensatz, sondern die These wird zur Antithese, sie verkehrt sich selbst in ihr Gegenteil.

(Diese innere Verkehrung, nicht das bloße setzen des Gegenteils, nennt Hegel "Dialektik".)

Dadurch enthält die Antithese wesentlich die These und auch die These die Antithese, denn auch diese verkehrt sich in ihr Gegenteil.

Beide erweisen sich somit als das Gegenteil von dem, als was sie vorher galten, nämlich nicht mehr sich gegenseitig ausschließende, sondern sich wechselseitig enthaltene Momente zu sein.

Als Einheit ihrer selbst und ihres Gegenteils werden sie zur Synthese.

Mit dieser Bewegung verwandelt Hegel die starre Kantische Methode (T-A-S) in eine dynamischen.

Andere Bezeichnungen für diese Methode wie "Position – Negation – Negation der Negation" oder "Einheit – Unterschied – Einheit von Einheit und Unterschied" vermögen die eigenart der Hegelschen Mothode nicht hinreichen zu charakterisieren.

Hegel fordert vielmehr vom Leser gleichfalls die Zurücknahme solcher starren Schemata, und die Konzentration auf den Begriff selbst und seine Bewegung.

(Lutz Hansen und Martin Grimsmann)