Linkshegelianismus

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Übersicht

  • Die Entwicklung der hegelschen Schule bis 1838, vor allem in ihrer Erweiterung des hegelschen Systems ("Rechtshegelianismus"), bietet Michelet 1838 (Inhaltsverzeichnis), S. 627-690
    • Michelet 1843 "Entwickelungsgeschichte der neuesten deutschen Philosophie" Voltext bietet eine aktualisierte Fassung
    • Michelet 1878 "System der Philosophie", Band 3: "Geist" (letzter Teil davon: Philosophiegeschichte) Volltext Inhalt zeigt die letzte Version, mit Schwerpunkt zur unterschiedlichen Interpretation der Religionsphilosophie
  • Aus Sicht des konservativeren Hegelianers Erdmanns stellt sich der "Auflösungsprozess" der Hegelschen Schule eher so dar:
    • Erdmann 1866, Grundriss der Geschichte der Philosophie, Bd.2, 1.Auflage Volltext Inhalt, S.614-616 in ihrem konstruktiven Teil (eher "Rechtshegelianismus"), S.619-692 in ihrer Auflösung (eher "Linkshegelianismus")
    • Erdmann 1870, Grundriss der Geschichte der Philosophie, Bd.2, 2.Auflage Volltext
    • Erdmann 1896, Grundriss der Geschichte der Philosophie, Bd.3 (hierher ausgelagert), 4.Auflage, übersetzt ins englische Volltext
  • Eine (nicht vollständige) Liste der Werke der Hegelschule (bis 1866), alphabetisch geordnet nach Autor bietet Ueberweg 1866 (Volltext der Liste) - in seiner "Geschichte der Philosophie", Bd.3

Sekundärliteratur

  • Eßbach, Wolfgang: "Die Junghegelianer - Soziologie einer Intellektuellengruppe", Wilhelm Fink Verlag, München 1988, ISBN 3-7705-2434-9; ehemals 98 DM (vergriffen)
Eßbach beschäftigt sich bereits seit langem mit den Junghegelianern und hat darüber eine Reihe von Werken geschrieben. Das vorliegende Werk geht weniger auf die Inhalte der Philosophien der Jungehegelianer ein, sondern interessiert sich für das gesellschaftlich / historische Umfeld und die "Gruppendynamik". Ein kenntnisreiches Werk mit nützlichen Hintergrundinformationen und guter, kommentierter Bibliographie zum Thema.

zur Kritik Hegels durch den Marxismus

Gegenkritik zur traditionellen marxistischen Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie:

Speziel die marxistische Hegel-Interpretation hat Hegel immer nur "verkürzt" aufgenommen: insbesondere unter der Perspektive der verfehlten, leider völlig irreführenden Hegelkritiken des Jungen Marx. Auch ansonsten wurde Hegel von Marxisten in erster Linie nur als Vorläufer von Marx wahrgenommen (und überall da, wo Hegel angeblich oder tatsächlich abwich, wurde natürlich Hegel ins Unrecht gesetzt oder gar ganz ignoriert).

Zumindest zu dem 1. Problem (unangemessene Hegelkritik des jungen Marx) gibt es inzwischen gute Literatur:

Sahra Wagenknecht: "Vom Kopf auf die Füße"

Sahra Wagenknecht: "Vom Kopf auf die Füße? Zur Hegelrezeption des jungen Marx, oder: Das Problem einer dialektisch- materialistischen Wissenschaftsmethode”, Pahl-Rugenstein-Verlag, Bonn Juli 1997, gebunden, 194 S., 12.90 EUR, ISBN 3891442319

Die Autorin weist darin überzeugend nach, dass die Marxsche Hegel Kritik falsch ist (verblüffend für eine Marxistin und darum umso überzeugender). Das Buch enthält übrigens auch ansonsten gute Einsichten in die hegelsche Philosophie.

Hier das Inhaltsverzeichnis: http://www.sahra-wagenknecht.de/de/html/vom_kopf_auf_die_fusse.php

Marek Siemek: "Von Marx zu Hegel"

Marek J. Siemek: "Von Marx zu Hegel - Zum sozialpolitischen Verständnis der Moderne", Königshausen & Neumann, Würzburg, 2002, ISBN 3-8260-2275-0

Eine Aufsatzsammlung dieses polnischen Hegelianers - er ist u.a. im Beirat der internationalen Hegel Gesellschaft - aus ca. 25 Jahren. Einer der Aufsätze darin (Kapitel 4: "Was ist der Marxismus Hegel schuldig?"), von der Hegel Tagung der Internationalen Hegelgesellschaft von 1986, enthält schon in Nuce die Thesen aus dem Wagenknecht Buch (deren Buch aber besser und wichtiger ist!). Enthält auch ansonsten einige sehr interessante und orginelle Artikel.

Auszug aus dem erwähnten 4. Kapitel:

Dass Marx gerade dieses Werk [die Grundlinien der Philosophie des Rechts] explizit kritisiert hatte 
und dass diese Kritik die einzige umfangreiche Arbeit von Marx ist, die die Hegelsche Philosophie 
direkt betraf [...] ändert an diesem Tatbestand gar nichts. Im Gegenteil: eben diese Tatasache 
wurde für Marx selbst, vor allem aber für den Marxismus, theoretisch verhängnisvoll. 
Denn jene Kritik, die von Anfang an bis heute als die Marxsche Hegel-Kritik unbestritten gilt, 
ist in Wirklichkeit, erstens, keine Marxsche Hegel-Kritik, und zweitens, keine Hegel-Kritik überhaupt.
* 1. Es ist keine Marxsche Hegel-Kritik. Denn die theoretische Strukturebene dieser Kritik 
  (deren "Subjektperspektive") macht der anthropologische Materialismus Feuerbach aus - ein philosophisch 
  nicht nur vorhegelianischer, sondern auch vorkantianischer Standpunkt. [...]
* 2. Eben darum ist aber diese Kritik auch keine Hegel-Kritik. Sie trifft ihr angezieltes "Objekt" , 
  die Hegelschen Grundlinien, überhaupt nicht. Indem sie sich junghegelianisch auf den "entfremdeten" Staat 
  und dessen kritische "Aufhebung" [...] konzentriert, übersieht sie so gut wie gänzlich den theoretisch 
  grundlegenden Gehalt dieses Werks: nämlich den Versuch, die eigenartige Gegenständlichkeit 
  der modernen Vergesellschaftung als solche und in ihrer ganzheitlichen Struktur zu erfassen. [...]

Werke von Linkshegelianern

siehe auch