Michelet

Aus Hegel-System Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

nicht verwechseln mit dem französischen Historiker Jules Michelet (1798-1874)!

Nach Oben

Meyers grosses Konversationslexikon 1906

Michelet, Karl Ludwig, Philosoph der Hegelschen Schule, geb. 4. Dez. 1801 in Berlin, gest. daselbst 16. Dez. 1893, widmete sich philologischen und philosophischen Studien, habilitierte sich 1826 an der Berliner Universität und ward 1829 zum außerordentlichen Professor der Philosophie ernannt. Einer der ergebensten Schüler Hegels, hat er sich nach dessen Tod als Vertreter der Linken seiner Schule durch seinen vorgeschrittenen, an Radikalismus streifenden politischen und kirchlichen Liberalismus bekannt gemacht.

Von seinen Werken sind hervorzuheben: »Die Ethik des Aristoteles in ihrem Verhältnis zum System der Moral« (Berl. 1827); »Das System der philosophischen Moral« (das. 1828); eine Ausgabe der »Nikomachischen Ethik« des Aristoteles (das. 1829-35, 2 Bde.; 2. Aufl. 1848); das von der Pariser Akademie der moralischen und politischen Wissenschaften 1835 gekrönte »Examen critique de l'ouvrage d'Aristote, intitulé Métaphysique« (Par. 1836); »Geschichte der letzten Systeme der Philosophie in Deutschland von Kant bis Hegel« (Berl. 1837-38, 2 Bde.); »Entwickelungsgeschichte der neuesten deutschen Philosophie« (das. 1843); »Anthropologie und Psychologie« (das. 1840), in einer von der Hegelschen Darstellung vielfach abweichenden Bearbeitung; »Geschichte der Menschheit in ihrem Entwickelungsgang seit 1775« (das. 1855-60, 2 Bde.); »Das System der Philosophie als exakter Wissenschaft« (das. 1876-81, 4 Tle.). Von 1832-42 nahm er an der Herausgabe der Werke Hegels teil.

1845 stiftete er mit dem Grafen Cieszkowski eine philosophische Gesellschaft in Berlin, deren Zeitschrift »Der Gedanke« (Berl. 1860-73, 8 Bde.) er herausgab. Vgl. die selbstbiographische Schrift Michelets: »Wahrheit aus meinem Leben« (Berl. 1884).

[Lexikon: Michelet, S. 3 ff.Digitale Bibliothek Band 100: Meyers Großes Konversations-Lexikon, S. 129701 (vgl. Meyer Bd. 13, S. 765 ff.)]

Eisler: Philosophenlexikon

Michelet, Karl Ludwig, geb. 1801 in Berlin, seit 1829 Prof. daselbst, gest. 1893. = M. gehört zu den treuesten Anhängern Hegels, dessen Lehren er in selb- ständiger und klarer Form dargestellt hat. Logik, Natur- und Geistesphilosophie stellen die absolute Vernunft in ihrer Reinheit, ihrer äußeren Erscheinung und ihrer Rückkehr zu sich dar.

     Schriften: 
   D. Ethik d. Aristoteles, 1827. - 
   System der philosophischen Moral, 1828. - 
   Anthropologie und Psychologie, 1840. - 
   Vorlesungen über die Persönlichkeit Gottes und die Unsterblichkeit der Seele, 1841. - 
   Gesch. d. letzten Systeme d. Philos. in Deutschland. 1837-38. - 
   Schelling u. Hegel, 1839. - 
   Entwicklungsgeschichte der neuesten deutschen Philosophie, 1843. - 
   Die Epiphanie der ewigen Persönlichkeit des Geistes, 1844-52. - 
   Esquisse de Logique, 1856. - 
   Die Geschichte der Menschheit, in ihrem Entwicklungsgange von 1775 bis auf die neuesten Zeiten, 1859-60. - 
   Naturrecht oder Rechtsphilosophie, 1866. - 
   Hegel, der unwiderlegte Weltphilosoph, 1870. - 
   Hegel und der Empirismus, 1873. - 
   Das System der Philosophie als exakter Wissenschaft, 1876 ff. - 
   Wahrheit aus meinem Leben. 1885. - 
   Der Gedanke (Zeitschrift, 1860-73).

[Eisler: Philosophenlexikon, S. 1206 ff.Digitale Bibliothek Band 3: Geschichte der Philosophie, S. 18138 (vgl. Eisler-Phil., S. 471 ff.)]

digitalisierte Werke von Michelet auf Hegel.net

http://hegel.net/michelet/

Externe Links

Siehe auch