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Spuren von Kants KdrV in Hegels Logik: Unterschied zwischen den Versionen

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Dieser Artikel hat ''nicht'' das Verhältnis von Hegels und Kants Philosophie zum Thema und referiert auch nicht den Stand der Hegelforschung. Stattdessen berichtet er, von einigen der Spuren von Kant, die [[Benutzer:Kai|mir]] in Hegels Werk, insbesondere in seiner Logik, aufgefallen sind. Da sich Hegel in seiner Logik bekanntermassen über weite Strecken direkt oder indirekt mit Kant auseinandersetzt, habe ich zudem einige offensichtliche Punkte (bekanntestes Beispiel: die Aseinandersetzung um das "Ding an sich") ausgelassen und stattdessen hier einige Punkte erwähnt, die in der Sekundärlitratur seltener genannt werden.
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Dieser Artikel hat ''nicht'' das Verhältnis von Hegels und Kants Philosophie zum Thema und referiert auch nicht den Stand der Hegelforschung. Stattdessen berichtet er, von einigen der Spuren von Kant, die [[Benutzer:Kai|mir]] in Hegels Werk, insbesondere in seiner Logik, aufgefallen sind. Da sich Hegel in seiner Logik bekanntermassen über weite Strecken direkt oder indirekt mit Kant auseinandersetzt, habe ich zudem einige offensichtliche Punkte (bekanntestes Beispiel: die Aseinandersetzung um das "Ding an sich") ausgelassen und stattdessen hier einige Punkte erwähnt, die in der Sekundärliteratur seltener genannt werden.
  
 
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Version vom 9. September 2008, 07:38 Uhr

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Dieser Artikel hat nicht das Verhältnis von Hegels und Kants Philosophie zum Thema und referiert auch nicht den Stand der Hegelforschung. Stattdessen berichtet er, von einigen der Spuren von Kant, die mir in Hegels Werk, insbesondere in seiner Logik, aufgefallen sind. Da sich Hegel in seiner Logik bekanntermassen über weite Strecken direkt oder indirekt mit Kant auseinandersetzt, habe ich zudem einige offensichtliche Punkte (bekanntestes Beispiel: die Aseinandersetzung um das "Ding an sich") ausgelassen und stattdessen hier einige Punkte erwähnt, die in der Sekundärliteratur seltener genannt werden.

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Artikel

  • Die Einteilung in Logik/Metaphysik als Grundlagenwissenschaft, Natur und Geist gibt es ähnlich so auch bei Kant (wie ja es ja auch sonst weit verbreitet ist in der abendländischen Philosophietradition). Insbesondere der Ausdruck "Realphilosophie" für Natur und Geist kommt wohl von Kant (der ihn evtl. wieder von anderen hat, Kant verwendet ihn jedenfalls schon in der KdrV=Kritik der reinen Vernunft)
  • Die "drei Stellungen zur Objektivität" in der Enzyklopaedie gehen auf Kant zurück, bei ihm schliesst es allerdings mit seiner eigenen (kritischen) Stellung. Bei Hegel tauchen die 2. und 3.Stellung von Kant als zweite Stellung auf, während an 3.Stelle noch die Position Jacobis hinzu kommt (und Hegels eigene Stellung unerwähnt bleibt, so dass eigentlich 2 Positionen hinzukommen, die bei Kant nicht auftauchen, insgesamt also 5).
  • Die drei Schritte der Dialektik (Enz. § 79-82) kommen im groben auch schon bei Kant vor. Der erste Schritt ist die Dogmatik, im 2.Schritt zeigt er dann, dass sich Widersprüche entwicklen lassen, wobei er beiden Seiten recht gibt. Im dritten Schritt löst er dann die Widersprüche so auf, dass er diese aus einem mangelhaften Verständnis der logischen Voraussetzungen herleitet. Das Verfahren hat also Ähnlichkeiten mit dem von Hegel, aber insbesondere der 3.Schritt ist bei Kant anders/weiter.
  • Sieht man sich diese 4 berühmten Widersprüche an, die bei Kant in seiner KdrV abgehandelt werden, so fallen diese insbesondere in Hegels Wesenslogik. Auch entwicklungsgeschichtlich hatte Hegel in seinen Nürnberger Schullogiken hier zuerst Kants Widersprüche abgehandelt.
  • Diese "Widersprüche" haben zu grossen Teilen mit Problemen der Unendlichkeit/unendlichen Schritten zu tun. Daher macht es Sinn, wenn Hegel die logische Grundlagen dafür in den Quantitäts- und Maßkapitel vorbereitet. So hat er bessere Grundlagen als Kant, dieses anzugehen.
  • Ebenso geht Hegel die Begründungsfrage, die Kant ja von Hume geerbt hat, grundlegender an mit seinem 1.Kapitel der Wesenslogik.
  • Die Widersprüche von Kant werden teilweise direkt in Hegels zu unrecht unterschätzten "Vorlesungen zu den Beweisen vom Dasein Gottes" (in der Werke/Stw Ausgabe Anhang des 2./letzten Bandes der Religionsphilosophie) behandelt, ein Stoff, den Hegel selbst als eher zu seiner Logik als zur Religionsphilosophie gehörig eingeschätzt hat
  • Kant hatte in der KdrV seine Kategorien aus den Urteilsformen herausdestilliert. Diese Urteilstafel mit den 4*3=12 Urteilsarten hat Hegel so in sein Urteilskapitel übernommen, nur die Reihenfolge von quantitativen und qualitativen Urteil hat er natürlich umgestellt. Das ist aber nicht unproblematisch, denn beschränkt sich natürlich in seiner Wesens- und Seinslogik nicht auf 12 Kategorien und auch sonst ist die Zuordnung garnicht so einfach 1:1 machbar (das "quantitative" Urteil, bei dem eine Zuordnung vielleicht noch am besten gehen würde, behandelt eigentlich doch eher nicht die Quantität, sondern eher Vorformen von allgemeines, besonderes, einzelnes, die im Kapitel zum "Begriff als solchen" behandelt werden. Bei dem qualitativen Urteil gäbe es evtl. eine Zuordnung von positivem und negativem Urteil in Sein/Nichts oder positiven/negativem Gegensatz, aber es fehlen dann Entsprechungen zum Rest des 1.Logikbuches).
  • Weiter kann man Spuren von Kants Kritik der praktischen Vernunft in Hegels Philosophie des Geistes finden, etwa in dem 2.Abschnitt des "Subjektiven Geistes" (Phänomenologie - auch Erdmann ordnet diese Kant zu, während er den 1.Teil "Anthropologie"/Seelenlehre - mit einigem Recht- Spinoza zuordnet) und das (sonst nicht so leicht verständliche) Moralkapitel im Objektiven Geist (allerdings sind in beide Teilen auch Einflüsse von weiteren Autoren zu finden, etwa den auch von Kant rezipierten Rousseau - Kant hatte von ihm ein Bild in seinem Arbeitszimmer als einzigen Schmuck hängen, der junge Hegel hatte Rousseau begeistert gelesen, bevor er dann in Bern zu Montesquieu "überwechselte" - oder eben Montesquieu, Gibon, Herder, Schiller aber auch Spinoza und Leibniz).
  • Kants dritte Kritik, die "Kritik der Urteilskraft", behandelt Natur und Kunst, zwei Themen die für Schelling (und Hegel in seiner Phase des gemeinsamen Arbeitens mit Schelling) besonders wichtig waren. Die dort behandelte und teilweise rehabilitierte Kategorie der Teleologie hat Hegel als alten Griechen, der schon aus seinen Schüler- und Studententagen mit Plato und Aristoteles (und der ganzen griechischen Kultur) "per du" war, sicherlich angesprochen. Hegel hat diese Kritik Kants besonders gechätzt.

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