Weltgeschichte

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Hegels Quellen

Wichtige Quelle für Hegels Geschichtsphilosophie (bezüglich der "Geographische[n] Grundlagen der Weltgeschichte", siehe dazu den entsprechenden Abschnitt in Hegels Vorrede zu seiner Geschichtsphilosophie) ist Carl Ritter (Kollege von Hegel in Berlin und erster Professor für Geografie weltweit, mit Alexander von Humboldt einer der beiden Gründer des Faches), dessen 2bändige "Erdkunde im Verhältniszur Natur und Geschichte des Menschens" von 1819 Hegel in seiner Bibliothek hatte. Viele von Hegels Schüler haben - zu Lebzeiten Hegels und auch noch Jahre nach Hegels Tod - bei Ritter Vorlesungen gehört, dies scheint - wenn man sich an den überlieferten biographischen Berichten orientiert - unter Hegelianern in Berlin geradezu üblich gewesen zu sein.

Unter den früheren Autoren waren für Hegels Geschichtsphilosophie wichtig: Herders Geschichtswerk, das von der Entstehung des Sonnensystems bis zum Mittelalter reicht (Ritter war auch Herder Schüler), Kant und Schiller, im Ausland Voltaire, Montesquieu und Gibbon.

Werke der Hegelschule dazu

Kommentar zu den Werken der Hegelschule

Werke zur Geschichtsschreibung

Von den Schülern hat Bruno Bauer eine Kulturgeschichte der Zeit von 1750-1815 geschrieben, Gans (und ähnlich auch sein Freund Michelet) eine "Geschichte der letzten 50 Jahre". Bruno Bauer hat auch ausführlich zur französischen Revolution und zur deutschen Revolution von 1848 (samt sämtlicher "Partheienkämpfe" im Vorfeld) geschrieben. (siehe Neuzeit).

Michelet hat zudem im Rahmen seines 5bändigen Systems die letzten 2 Bände der Geschichtsphilosophie gewidmet. Er ist daher dort ausführlicher als Hegel, fängt auch schon bei den Steinzeitmenschen an, und behandelt auch das 19.Jahrhundert bis hin zum Zeitpunkt der Buchveröffentlichung ausführlich (beide Bände erschienen Anfang der 1880er). Wie schon in seinem Werk zur Rechtsphilosophie, kann er es sich nicht verkneifen, auch über die zukünftige Entwicklung zu spekulieren, und vermutet hier, dass die Geschichte über die USA dann in umgekehrter Richtung in der Südhalbkugel zurückgehen würde: Südamerika, Südafrika, Australien). Gegenüber den übrigen Werken der Hegelschule und auch gegenüber Hegels Vorlesung zum Thema fällt auf, dass sich Michelet fast nur mit der politischen und militärischen Geschichte befast, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Kultur- und Ideengeschichte kommen fast nicht vor.

Leo hat sehr viele und ausführliche Werke zur Geschichte geschrieben, die meisten (alle?) davon allerdings nach seinem Abrücken (mit der Schrift "Die Hegelinge" von Ende der 1830er) vom Hegelianismus.

Hegels Sohn Karl Hegel, der auch (nach dem Tod von Gans, der die 1.Auflage betreut hatte) die 2.Auflage der Hegelschen Geschichtsphilosophie herausbrachte, hat als Geschichtsprofessor in Erlangen vor allem die mittelalterlichen Städte erforscht (was ihm den Spitznamen "Städte-Hegel" einbrachte), wobei er zu durchaus Hegel-kompatiblen (aber nicht Savigny-kompatiblen) Ergebnissen kam.

Rosenkranz schreibt in seiner "Theologischen Enzyklopädie" ausführlich und gut zur Geschichte der Kirche und Dogmen, die ja beide auch in einer Universalgeschichte wichtig sind, ebenso schrieb Marheineke später eine Dogmengeschichte (siehe Christentum). Marheineke schrieb auch eine 4bändige Geschichte der Reformation (siehe Reformation).

Werke zur Geschichtsphilosophie

Alle bisher genannten Werke der Hegelschule sind eher Werke der Geschichtsschreibung als der Geschichtsphilosophie (vielleicht mit Ausnahme von Michelets 2bändigem Werk und den zuletzt erwähnten Werken zur Dogmengeschichte).

Ernst Kapp 1845 "Philosophische oder vergleichende allgemeine Erdkunde"

Eine wichtige Fortentwicklung der hegelschen Geschichtsphilosophie brachte Ernst Kapps 2bändige "Philosophische oder vergleichende allgemeine Erdkunde" von 1845 (s.o.), die seinerzeit viel Aufmerksamkeit und Lob innerhalb der Hegelschule erfuhr. Sehr interessant ist insbesondere der 3.Teil (=Ende des 2.Bandes), der Kultur Geographie. Nachdem das Werk 1845 erschien (und Marx zudem mit einem Bruder Kapps direkten Kontakt hatte), vermute ich, dass Marx durch dieses zum Feuerbach-Kapitel in seiner deutschen Ideologie angeregt wurde (allerdings sind viele der Gedanken ja auch schon vorher bei Hegel und Ritter vorhanden). Später (1877) hat Kapp auch noch interessante "Grundlinien einer Philosophie der Technik. Zur Entstehungsgeschichte der Cultur aus neuen Gesichtspunkten" veröffentlicht (die aber noch nicht in elektronischer Form vorliegt), die in vielen Geschichten zur Technikphilosophie erwähnt aber auch kritisiert wird (Technik als Erweiterung des menschlichen Körpers, bis hin zum Staat als "Super-Körper", immerhin werden hier viele spätere Theorien vorweggenommen, kommt ähnlich nebenbei auch - in einem Nebensatz im "Kapital" - bei Marx schon vor 1877 vor).

Verweise auf Artikel dazu

Sekundärliteratur dazu

  • "das Geheimnis aller Bewegung ist ihr Zweck": Geschichtsphilosophie bei Hegel und Droysen, Von Christoph Johannes Bauer, Veröffentlicht von Meiner Verlag, 2001, ISBN 3787315667, 9783787315666, 410 Seiten - Dissertation von 2000 an der Ruhruni Bochum, die mir (KF) bei Blick auf das Vorwort von der Ausrichtung her sympatisch ist: http://books.google.com/books?id=ygftfR0IkL4C
  • Timo Bautz "Hegels Lehre von der Weltgeschichte", Wilhelm Fink Verlag, München 1988, ISBN 3-7705-2475-6, Inhaltsverzeichnis des Buches bestes Buch zur Stellung der Weltgeschichte in Hegels System