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Zur Bewertung der Bestimmungen der Anthropolgie im Rahmen des hegelschen Systems

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Version vom 30. Januar 2012, 03:32 Uhr von Kai (Diskussion | Beiträge) (→‎Natürlich)
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Disclaimer

Disclaimer: dieser Artikel (aus meiner Hegelwerkstatt) gibt, wie alle meine Hegel-Kommentare, nicht einfach 1:1 den hegelschen Wortlaut wieder, sondern meine Interpretation Hegels, die allerdings aus langjährigem Nachdenken über Hegels Texten (und der Sekundärliteratur dazu) erwuchsen. Ich lade also dazu ein, zu prüfen, inwiefern die hier vorgeschlagene Umgang mit dem Thema - gerade auch im hegelschen Kontext- Sinn macht.

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System - Geist - Subjektiver Geist - Anthropologie

Natürlich

Bei Hegel ist scharf zu unterscheiden zwischen "natürlich" i.S. von "in seinem Begriff angelegt", "as seinem Begriff folgend" (in dem Sinne wäre das Denken die Natur des Menschen) und "natürlich" im Sinne von "durch die Natur bestimmt", nicht durch Argumente vermittelt. Letzteres ist nach Hegel ein Mangel, den es zu überwinden gilt. Umgekehrt ist es unangemessen, die Menschen körperlich zu bestimmen, statt durch ihren Geist.

Biologie

Ein Mensch ist biologisch gesehen ein Primat, aber er erschöpft sich darin nicht. Nach seiner biologischen Natur fällt der Mensch unter die Biologie und das ist daher auch Teil seiner Bestimmung (das wäre sozusagen das Gemeinsame, zu dem noch eine "Differentia Specifica" hinzu kommen muss).

Selbstbildung

So wie in der Weltgeschichte die Geographie (Klima, Resourcen, Verkehrswege usw.) die Frühgeschichte ganz anders mitprägt (ein Gedanke, der schon vor Hegel herausgefunden wurde, den er nur aufnimmt) als später (menschliche Erfindungen, z.B.in der Verkehrstechnik und der Telekomunikation usw., relativieren diese äusserlichen Umstände immer stärker), so ist auch der Mensch geschichtlich wie individuel immer weniger von seinem Körper bestimmt.

Der Einheit mit dem Körper wird von Hegel nicht einfach eine Verleugnung des Körpers gegenüber gesetzt, sondern als Ideal wird die Umbildung des Körpers (Harmonische Einheit von Geist und Körper, Freiheit des Geistes im Körper) gesehen.

Darum fängt der 1. Teil von Hegels Subjektiven Geist, seine Anthropoplogie, zwar mit den körperlichen Voraussetzungen an, aber sie endet mit der Selbstbildung des Menschen durch Lernen, Übung, Gewohnheit uswusf, so dass sich dann sein Geist in seinem Körper ausdrückt (statt dass umgekehrt in erster Linie der Geist durch den Körper bestimmt ist).

Siehe auch